1. Herren Weiterhin Erstklassig
Es gibt Spiele, die muss man sich schönreden. Und es gibt Spiele, die schreiben sich von selbst — weil sie einfach zu gut sind, um sie nüchtern wiederzugeben. Dieses hier war Letzteres. Nüchtern blieben am Ende ohnehin nicht alle ganz freiwillig, aber dazu später.
Die Kurzfassung für alle, die nur die Tabelle lesen: Klassenerhalt geschafft. Die 1. Herren bleiben das, was sie ohnehin immer von sich behaupten — erstklassig.
Das Drehbuch hätte uns keiner abgekauft
Angefangen hat es so, wie ein anständiges Drama anfangen muss: mit einem Rückstand. 0:1. Klassisch. Erst den Puls der Verantwortlichen hochtreiben, dann liefern.
Geliefert hat zunächst Matteo mit einer wunderbar geschossenen Ecke — ein Treffer, der so sauber sass, dass selbst die gegnerische Bank kurz applaudieren wollte und sich dann eines Besseren besann. 1:1. Spiel offen, Nerven straff, Tempo hoch: ein intensives, kampfbetontes Spiel, in dem beide Teams alles in die Waagschale warfen und kein Zweikampf geschenkt war.
Hinten hielt derweil Johann die Kiste sauber, als wäre Gegentor-Vermeiden ein persönliches Hobby — danke dafür, das spart uns allen Lebensjahre. Nebenbei lotste er Fabian durch die Abwehr, als würde er einen Rentner über eine vielbefahrene Kreuzung geleiten: links schauen, rechts schauen, und bloss nicht den Stock fallen lassen. Geklappt hat's, beide stehen noch.
Der Moment, in dem Lausanne mutig wurde (Fehler)
Kurz vor Schluss nahm Lausanne den Torhüter raus. Alles auf eine Karte. Mutig. Und genau die Art von Mut, für die man im Hockey ungern bestraft wird — heute aber schon.
Auftritt Laurenz: erst ein Dribbling, das man eigentlich kostenpflichtig vorführen müsste, dann die Vorlage auf dem Silbertablett. Lolo musste nur noch den Fuss hinhalten — pardon, den Schläger — und vollendete zum 2:1 ins verwaiste Tor. Überragender Einstand bei den Herren für unseren Newcomer Laurenz: aufstrebende neue Generation, wie man so schön sagt, kurz bevor man sich daran erinnert, dass sie einem demnächst die Stammplätze klauen.
Apropos Kader: Jan und Ferdi haben nach langer Auszeit endlich wieder die Reihen ergänzt. Willkommen zurück, Form kommt mit der Zeit, gute Ausreden gibt's beim Bier.
Belohnung: Genfersee. Bestrafung: Lausanner Getränkekultur
Zur Feier des Tages wurden wir mit dem Genfersee belohnt — Postkartenkulisse, Abendsonne, das volle Programm. Einziger Wermutstropfen: In Lausanne gibt es nach 20 Uhr offenbar kein Bier mehr, nur noch Wein. Wir haben den Klassenerhalt also stilecht mit einem Glas Weissem begossen und so getan, als wäre das Absicht gewesen.
War es nicht. Aber erstklassig bleiben wir trotzdem — auf dem Feld und an der Theke.
Gerettet wurde die Lage dann auf der Zugrückfahrt von Linus, der wie ein Magier Vodka und Jägermeister aus dem Gepäck zauberte — eine wahrhaft gute Rettung in höchster Not. Als wäre das nicht genug, hatte er ausserdem einen ganzen Eimer Kartoffelsalat dabei. Warum, weiss bis heute niemand. Gekostet haben ihn trotzdem alle. Aus Solidarität. Und weil er erstaunlich gut war.
Zu guter Letzt: ein dickes Dankeschön an unseren herausragenden Trainer Nat, der sich die gesamte Saison mit uns abgeben musste — eine Aufgabe irgendwo zwischen Hockey-Coaching und Geduldsprüfung. Ohne dich kein Klassenerhalt, kein Plan und ehrlich gesagt auch keine Ahnung, auf welche Seite wir spielen.
Auf die nächste Saison. 🏑
Am Genfersee